Tierwohl & Nachhaltigkeit

Die EU-Geflügelwirtschaft setzt weltweit Maßstäbe

Verbraucher achten in den letzten Jahren verstärkt darauf, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden. Dabei legen sie immer häufiger Wert auf Tierschutz und nachhaltige Erzeugung. Die europäische Geflügelwirtschaft macht es sich zur Aufgabe, diese Erwartungen zu erfüllen. Mit Überzeugung produziert die Branche nach den strengen EU-Vorschriften, die für die gesamte Erzeugungskette gelten. Dabei arbeitet sie kontinuierlich daran, die Erzeugungsbedingungen im Hinblick auf Ressourcenschonung und Tierschutz immer weiter zu verbessern. Und das mit Erfolg: Die aktuellen Standards, die für Geflügelfleisch aus der EU gelten, gehören zu den höchsten weltweit. Hier ist ein kurzer Überblick zu zentralen Aspekten der EU-Geflügelfleischerzeugung:

Tierwohl

Eine Top-Priorität in der EU

Tierwohl hat in der EU-Geflügelhaltung oberste Priorität. Gemeinsame Standards auf wissenschaftlicher Basis garantieren, dass die Geflügelhaltung in allen Mitgliedsstaaten die gleichen Mindestanforderungen erfüllt. Für die Masthähnchenhaltung, die fast 87 Prozent der europäischen Geflügelfleischerzeugung ausmacht, gibt es besonders detaillierte Rechtsvorschriften. Darüber hinaus haben einzelne Länder – wie Deutschland – noch strengere Vorschriften erlassen.

In der EU wird Geflügel in Bodenhaltung und nicht, wie oft angenommen, in Käfigen aufgezogen. Dadurch können sich die Tiere frei bewegen und sich natürlich verhalten. In den Ställen haben die Tiere stets Zugang zu frischem Tränkwasser und Futter. Der Boden ist mit einer natürlichen Einstreu bedeckt und die Beleuchtung sorgt für einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Staubgehalt sowie Luftzirkulation, -feuchtigkeit und -qualität werden laufend elektronisch kontrolliert, damit die Hähnchen und Puten tiergerecht aufwachsen. Für die Landwirte steht das Wohlbefinden ihrer Tiere an erster Stelle: Sie kontrollieren ihre Herden mindestens zweimal täglich und dokumentieren alle relevanten Parameter. Verantwortungsvolle Tierbetreuung, fundiertes Wissen und langjährige Erfahrung sind die entscheidenden Garantien für den Tierschutz. 

Die EU-Tiergesundheitsvorschriften besagen, dass die Tiere art- und altersgerechtes Futter erhalten müssen. Geflügelfutter besteht hauptsächlich aus Getreide, Mais und Soja sowie Vitaminen und Mineralstoffzusätzen, die die Qualität des Futters und damit die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere verbessern. Die Behörden überwachen regelmäßig die Produktion und Lagerung dieser Rohstoffe.

Antibiotika werden den Tieren niemals präventiv und ausschließlich nach tierärztlicher Diagnose und Verschreibung verabreicht. Die EU-Geflügelwirtschaft hat sich zu einem verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika verpflichtet – also so wenig wie möglichaber so viel wie nötig, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere zu gewährleisten. Ist eine Behandlung unvermeidbar, muss vor der Schlachtung ausreichend Zeit vergehen, um sicherzustellen, dass die Wirkstoffe ausreichend abgebaut wurden und im Fleisch keine Rückstände mehr zu finden sind.

Auch für den Transport vom Aufzuchtbetrieb zum Schlachthof existieren Vorgaben. So müssen die Tiere vollkommen gesund sein und die strengen Regelungen zum Platzangebot beim Transport und zu den Transportzeiten müssen eingehalten werden. In der Regel dürfen die Tiere nicht länger als zwölf Stunden unterwegs sein. Auch beim Transport sind weitere entscheidende Faktoren für den Tierschutz die nachgewiesene Sachkenntnis des Personals und verantwortungsbewusstes Handeln. 

Für den gesamten Prozess von der Schlachtung über die Weiterverarbeitung bis hin zur Vermarktung gelten strenge Hygienevorschriften: Alle Räume und das gesamte Equipment müssen hohen Standards entsprechen. Die Einhaltung der Tierschutz- und Hygienevorgaben wird von einem behördlichen Amtstierarzt überwacht. Vor der Schlachtung werden die Tiere betäubt, um sicherzustellen, dass jede vermeidbare Art von Schmerz, Leid, Stress oder Aufregung verhindert wird. Kontrolliert wird dies durch den Veterinär. Dieser ist zusammen mit seinen amtlichen Fachassistenten ganztägig im Schlachtbetrieb anwesend und überwacht die Vorgänge. 

Nachhaltigkeit

Maßnahmen zum Schutz wertvoller Ökoressourcen

Die europäischen Geflügelhalter legen großen Wert darauf, die natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Luft so weit wie möglich zu schonen. Die Basis hierfür bildet die EU-Richtlinie über Industrieemissionen. Sie enthält auch strenge Vorschriften zur Kontrolle der Umwelt-Emissionen bei der Erzeugung von Geflügelfleisch. Die Vorgaben gelten sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für die Schlachthöfe. Die EU-Geflügelwirtschaft nutzt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und modernste Technologie, um Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit kontinuierlich zu verbessern.  

Geflügelfleisch hat im Vergleich zu vielen anderen Lebensmitteln eine gute Ökobilanz. Ein Grund dafür ist die optimale Futterverwertung, die mit geringeren Emissionen als bei anderen Fleischarten verbunden ist. Aus circa 1,6 Kilo Futter kann ein Kilo Hähnchenfleisch und aus circa 2,6 Kilo Futter etwa ein Kilo Putenfleisch erzeugt werden3. Zudem entwickelt die europäische Geflügelwirtschaft ständig weitere Maßnahmen zur Minimierung des Energieverbrauchs in ihren Ställen. Computergestützte Steuerungstechnologien unterstützen sie bei dieser Aufgabe. Viele Betriebe erzeugen ihre Energie dabei selbst, zum Beispiel mit Photovoltaik- oder Biogasanlagen.

 

3Quelle: www.deutsches-gefluegel.de/oekobilanz-gefluegel WWF

Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sind der CO2-Fußabdruck und der Wasserverbrauch von Geflügelfleisch sehr gering. Pro Kilogramm konventionellem Geflügelfleisch entstehen lediglich 4,22 Kilogramm CO24.  Und die Geflügelfleischerzeuger in der EU arbeiten daran, ihre Ressourcennutzung weiter zu optimieren.

 

4 Quelle: www.deutsches-gefluegel.de/oekobilanz-gefluegel nach WWF

Herkunft

Mehr Transparenz für die Verbraucher

Verbraucher wollen wissen, wo die Lebensmittel auf ihrem Teller herkommen. Diesen Wunsch nach mehr Transparenz unterstützt die EU-Geflügelwirtschaft: Es braucht endlich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Geflügelfleisch für alle Vermarktungswege – also nicht nur für den Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch für Restaurants, Kantinen und Catering.